Interview mit Sonja Seyfried (Schülerin des Hermann-Hesse Gymnasium Calw)

Nicht jedem Trend nachgehen

 

Martin Luther hat das, was er gehört und gelernt hat, immer kritisch hinterfragt. Auch über seinen Glauben hat er viel nachgedacht und war nicht dazu bereit, Dinge einfach anzunehmen. Das finde ich beeindruckend.

Ich sehe meine persönliche Verbindung zu Martin Luther darin, dass mein Glaube und meine Kirche in der Art und Weise, wie sie existieren, durch Luthers Wirken stark geprägt wurden. Die evangelische Kirche wäre heute eine andere, wenn Luther nicht gewesen wäre. Das äußert sich auch in den vielen bekannten Kirchenliedern, die bei den Gottesdiensten gesungen werden.

Ich denke, dass das, was Luther damals gesagt hat, auch heute noch präsent und wichtig ist. Gerade im Hinblick auf die soziale Gerechtigkeit würde sich Luther eine Veränderung wünschen. Er hat sich sehr für die Bildung eingesetzt – das sollten wir uns auch heute noch vornehmen. Luther hat die Menschen daran erinnert, dass allein der Glaube letztendlich das Wichtige ist – nicht, wie viel Geld man spendet oder wie man handelt. Ich denke, dass sich die Kirche auch heute genau darauf besinnen sollte. Gleichzeitig sollte sie sich dafür einsetzen, dass mehr soziale Gerechtigkeit in die Welt kommt. Die Kirche muss ihre Meinung – vielleicht auch politisch – öffentlich kundtun. Zudem sollte sie nicht versuchen, sich dem Zeitgeist anzupassen. Heutzutage darf man nicht immer jedem Trend nachgehen. Gerade im Hinblick auf die Jugend finde ich, dass die Angebote der Kirche eine gute Gelegenheit bieten, den Glauben an junge Menschen zu tragen. Auch unsere Generation hat das Recht und die Möglichkeit, die Kirche aktiv mitzugestalten. Darauf sollte man öffentlich aufmerksam machen.

 

Sonja Seyfried wuchs gemeinsam mit ihren zwei Brüdern in Bad Teinach auf und besucht das Hermann-Hesse-Gymnasium Calw. In ihrer Freizeit geht sie gerne schwimmen, tanzt Zumba und trifft sich mit Freunden. Die musikalische Schülerin spielt zudem Violine.

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