Interview mit Johannes Schwarz (selbstständiger Architekt)

Seelenheil kann man nicht kaufen

 

Mit Martin Luther verbinde ich die Bibelübersetzung. Damit hat er der Bevölkerung eine gute Basis verschafft, um den eigenen Glauben aus der Bibel aus zu erschließen. Des Weiteren verbinde ich mit Luther die Tatsache, dass er sich mutig vor den Kaiser und weitere Mächtigen hingestellt und seine Überzeugung vertreten hat. Als Kernpunkt seiner Überzeugung sehe ich, dass man sich Seelenheil nicht materiell erkaufen kann, sondern die Gnade das Alleinige ist, was gilt.

Persönlich bin ich mit manchen Liedern wie zum Beispiel „Ein feste Burg ist unser Gott“ vertraut. Bei der Männerfreizeit der Kirchengemeinde Stammheim befassten wir uns mit Briefen Martin Luthers. Jenseits von Bibelübersetzung und Thesen war das ein sehr interessanter Einblick, wie Luther persönlich agiert hat. Für mich ist er eine beeindruckende Person und ein Stück weit Vorbild.

Ein entscheidender Punkt vom Judentum zum Christentum war, dass die Gnade Gottes nicht nur für das Volk Israel gilt, sondern für die ganze Welt. Auch wenn es uns schwerfällt, sollte man deshalb die Menschen nicht nach Nationalität oder Glauben sortieren. Wir sollten uns alle als eine Menschheit verstehen und versuchen, auf dieser Basis miteinander klarzukommen. Die Gesellschaft muss lernen und insbesondere die Kirche muss darauf hinweisen, dass wir alle gleichwertige Menschen sind und füreinander Verantwortung übernehmen müssen. Es muss wieder mehr Abstand gewonnen werden zu dem materiellen Reichtum und Wohlstand, der noch nie so groß war wie heute. Zu starke materielle Bindungen halten uns von tiefen Gotteserfahrungen ab.

 

 

Johannes Schwarz ist seit 13 Jahren selbstständiger Architekt. Er ist von der evangelischen Jugendarbeit als Gruppenleiter und Freizeitbetreuer geprägt. Heute übernimmt er kleinere Aufgaben in verschiedenen kirchlichen Gremien. Politisch ist er als Kreisrat und Fraktionssprecher der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen tätig.

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