Interview mit Ulrich Bodenhöfer (Landwirt i.R.)

Beständige Werte

 

Mit Martin Luther verbinde ich den Aufstand eines Insiders der Kirche und denke dabei auch an seine Eheschließung und an seine Frau. Er war der eine Mensch, der die damalige Situation durchleuchtet und kritisiert hat. Das war damals fast unmöglich. Er hat es gewagt, Missstände aufzuzeigen, im Gegensatz zu vielen anderen Menschen. Und genau darin liegt auch unsere Aufgabe. Wir dürfen nicht nur das Jubiläumsjahr der Reformation feiern, sondern uns auch mit den Inhalten und deren Bedeutung für uns Menschen heute auseinandersetzen. Wir müssen die Absichten Luthers auf unsere heutige Zeit übertragen.

Im Hinblick auf die Kirche bin ich der festen Überzeugung, dass diese sich nicht dem Zeitgeist anpassen sollte. Dem Zeitgeist ist schon viel geopfert worden. Es ist wichtig, dass die Kirche in ihrer Aussage erhalten bleibt. Die Werte der Kirche sollen beständig sein.

Jedoch bin ich der Meinung, dass die Kirche sich mehr der jungen Generation zuwenden sollte. Die jungen Menschen finden oftmals keinen Bezug zur Kirche. In dieser Hinsicht sehe ich auch eine Schuld der Schulen und ihrer Lehrpläne. Oftmals bleibt den Schülern und Schülerinnen nur ein freier Nachmittag, um sich anderen Aktivitäten zu widmen. Wenn ich an meine Jugend denke, fällt mir der gravierende Unterschied auf. Meine Freizeit war geprägt von der Kirche. Ich besuchte den Zuhörerunterricht, den Konfirmandenunterricht, und auch nach meiner Jugend habe ich die Verbindung zur Kirche nie verloren. Das ist für meine Generation üblich. Ich würde mich freuen, wenn den jungen Menschen auch vermehrt diese Möglichkeiten geboten werden können.

 

Ulrich Bodenhöfer war Landwirt und wurde spontan nach der Nachmittags-Akademie im Haus der Kirche zu Luther und seinem Wirken befragt.

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