Interview mit Prof. Dr. med. Martin Oberhoff (Chefarzt der Inneren Medizin an den Kliniken Calw)

Die nächste Reformationsstufe zünden

 

Für mich als Mediziner steht Martin Luther für den Aufbruch in ein neues Zeitalter. Luther hat dafür gesorgt, dass die Menschen letztendlich aus dem Mittelalter geführt wurden und ihre innere und äußere Freiheit gewonnen haben. Er steht für das Streben nach Bildung und dafür, dass auch der einfache Mensch in der Lage ist, seine Meinung zu äußern. Für die Medizin stellt er, nach 1.000 Jahren Stillstand des tiefen und dunklen Mittelalters, den Geburtshelfer für die Aufklärung und die Entwicklung der modernen Medizin dar. Martin Luther kritisierte die Ärzte seiner Zeit und meinte dazu: „Schlecht ist einer dran, wenn er auf ärztliche Hilfe angewiesen ist.“ Das lässt sich aber daraus verstehen, dass die Medizin zu seiner Zeit noch nicht weit entwickelt war. Beispielsweise dachten die Ärzte damals, die Ursache für Zahnfäule sei ein Zahnwurm, welcher dann auf furchtbare Weise ausgeräuchert wurde. Die Behandlung der meisten Krankheiten im Mittelalter erfolgte durch Bibelsprüche. Das erklärt auch, warum Luther zu Recht sehr kritisch gegenüber Medizinern war.

Ich habe insofern einen persönlichen Bezug zu Martin Luther, als meine Eltern meinen Vornamen, Martin, bewusst ausgesucht haben mit Bezug auf Martin Luther King und Martin Luther. Für mich ist es in einer gewissen Weise auch eine Verpflichtung, sich für Menschen einzusetzen, offen seine Meinung zu äußern und für eine gerechte Sache zu kämpfen. Prinzipien wie die Toleranz gegenüber anderen Menschen, die freie Meinungsäußerung und das harmonische Zusammenleben sind heutzutage aktueller denn je.

Meiner Meinung nach war das Erfolgsrezept von Martin Luther, dass er die Kirche und die Menschen wieder näher zusammengebracht hat. Im Jahrtausend zuvor drifteten die Kirche und die Menschen immer weiter auseinander. Für die Kirche stand nicht der Mensch, sondern das Geld im Mittelpunkt. Luther hat es durch seine Reformation geschafft, dass sich auch der einfache Mensch wieder der Kirche angenähert hat.

Aus meiner Sicht sollte man heute die nächste Reformationsstufe zünden, denn man muss erneut die Kirche und die Menschen zusammenführen. Martin Luther sagte einmal: „Woran du dein Herz hängst, das ist dein Gott.“ Ich glaube, dass die wenigsten Menschen ihr Herz noch an Gott hängen. Die Kirche sollte jedoch die Menschen wieder dazu bringen können, ihr Herz an Gott und den Glauben zu hängen, und ihnen dabei auch den Sinn dafür vermitteln.

 

Prof. Dr. med. Martin Oberhoff ist Chefarzt der Inneren Medizin an den Kliniken Calw. Sein Studium sowie seine Ausbildung hat er in Tübingen absolviert. Anschließend war er sieben Jahre an der Universität in Bristol, England, im Bereich der Kardiologie tätig. Seit 2011 leitet er die Klinik für Innere Medizin mit dem Schwerpunkt Kardiologie und den Fachbereich für Gastroenterologie Calw.

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