Interview mit Jürgen Großmann (Oberbürgermeister der Stadt Nagold)

Das Evangelium zum Strahlen bringen

Martin Luther gehört für mich zu den herausragenden Jahrhundertgestalten unserer Geschichte. Er steht für mich für einen Menschen, der aus einem tiefen Glauben heraus seine Überzeugungen propagiert und gelebt hat. Er hat für seine Philosophie und für seine Erkenntnis gekämpft.

Ich persönlich schätze an ihm besonders, dass er den Kerngedanken des Evangeliums erneut freigelegt hat. In der Phase zwischen der zu Ende gehenden Epoche des Mittelalters und der beginnenden Neuzeit ist es Martin Luther gelungen, mit seiner theologischen Überzeugung das Kernanliegen der frohen Botschaft zum Glänzen zu bringen. Das Wirken Martin Luthers ist nichts Vergangenes, sondern etwas zutiefst Gegenwärtiges. Gegenwärtig deshalb, weil er eine zeitlose, nach wie vor gültige, beste und schönste Botschaft in dieser Welt interpretiert – nämlich das Evangelium Jesu Christi.

Luther hatte die Absicht, die Kirche zu verändern – sie von altem Ballast zu befreien und ihre Fehlentwicklungen zu korrigieren. Zunächst muss die Kirche ihren Mut zu Veränderungen unbedingt beibehalten. Die Kirche muss sich mit der Gesellschaft fortentwickeln – ohne sich dieser jedoch anzupassen. Sie sollte den Mut besitzen, ihre Werte, die zeitlos sind, zu leben und zu propagieren – auch an den Stellen, wo sie anscheinend nicht dem Zeitgeist entsprechen.

 

Nach seinem Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Tübingen war Jürgen Großmann zehn Jahre lang als Rechtsanwalt tätig, bevor er zum Bürgermeister der Stadt Altensteig gewählt wurde. Seit Dezember 2008 ist er Oberbürgermeister der Stadt Nagold. Im Zusammenhang damit ist er vielfältig aktiv: als Aufsichtsratsvorsitzender der Kreisbaugenossenschaft Calw, Mitglied des Verwaltungsrates der Sparkasse Pforzheim Calw und Vorsitzender der CDU-Kreistagsfraktion im Landkreis Calw.

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