Interview mit Hans-Joachim Fuchtel (Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und Bundestagsabgeordneter für den Wahlkreis Calw/Freudenstadt)

„Und wenn die Welt morgen untergeht …“

 

Martin Luther hat unser Land durch sein Wirken geprägt. Seit 500 Jahren gibt es zwei große christliche Konfessionen in Deutschland. Das hat viel Schmerz verursacht, aber diese Trennung hat auch viele Potenziale entfaltet. Martin Luther hat den Deutschen ihre Sprache gegeben. Er hat die Bibel übersetzt. Das war eine starke Leistung von ihm. Noch heute gibt es unzählige Redewendungen, die auf ihn zurückgehen, wie zum Bespiel: „Du sollst dein Licht nicht unter den Scheffel stellen.“ Martin Luther hat seine Gottesdienste in deutscher Sprache gehalten. Er hat zur rechten Zeit erkannt, wie wichtig es ist, dass jeder versteht, was in Gottes Namen verkündet wird. Luther brachte die Musik in die Gottesdienste. Wer sich mit der Person Luthers einmal auseinandergesetzt hat, wird feststellen, dass Luther sehr sangesstark war. Faszinierend finde ich an der Person Luther, dass er sich von den Mächtigen nicht von seinem Weg abbringen ließ. Man kann hier von einem hohen Maß an Zivil- und Glaubenscourage sprechen. Aus Luthers Geschichte zeichnet sich eine klare Botschaft ab, aus der man viel lernen kann: Wenn es darauf ankommt, muss man zu seiner Überzeugung stehen.

Ich liebe an Martin Luther die klare Sprache. Auch ich kann recht deutlich und offen reden, wenn es darauf ankommt. Die Worte von Martin Luther für die Zunft der Pfarrer: „Tritt fest auf, mach´s Maul auf, hör bald auf!“ darf auch für Politiker als Vorbild gelten. Ebenso sind mir Luthers Worte: „Du musst dem Volk aufs Maul schauen“ wichtig. Aus diesen Worten kann man lernen, dass man als Politiker nicht über die Köpfe der Menschen hinweg-reden sollte. Auch unangenehme Themen sollte man ansprechen. Es ist wichtig zu verstehen, was die Menschen bewegt. Wer dies nicht tut, macht einen großen Fehler.

 

Hans-Joachim Fuchtel, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, ist Bundestagsabgeordneter für den Wahlkreis Calw/Freudenstadt. Auch ehrenamtlich engagiert sich Hans-Joachim Fuchtel. Dabei unterstützt er unter anderem die THW-Stiftung Technisch Helfen Weltweit. Er entwickelt immer wieder eigene Ideen, welche oft zur Gründung von Vereinen oder Initiativen führen. Als Beispiele seien die Helfenden Hände, die Initiative Burnout (IBO) und der Runde Tisch zur Entwicklungs-Zusammenarbeit im Nordschwarzwald (RuTi) genannt.

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