Interview mit Christine Danigel (Erzieherin im Kindergarten Ziegelrain in Neuenbürg)

Die Liebe Gottes weitergeben

 

Für Martin Luther stand die Gestaltung seiner Beziehung zu Gott im Fokus. Dabei ließ er sich nicht von äußeren Einflüssen abhalten. Ihn beschäftigten vor allem die Fragen: Wie muss ich mein Leben gestalten um glücklich zu sein, und wie sollte ich auf meine Mitmenschen zugehen? Er setzte die gewonnene Antwort um, indem er die Bibel durch seine Übersetzung allen Menschen zugänglich machte. Dieses Denken war zu seiner Zeit sehr revolutionär.

Aus den Lehren und Werten, die er uns vermittelt hat, ziehe ich: Lebt in einem friedlichen Miteinander, respektiert euer Gegenüber und lebt eure Beziehung zu Gott. Denn Gott liebt und beschützt uns. Er fängt uns auf, wenn wir fallen. Unser Auftrag ist es, diese Liebe an andere weiterzugeben.

Ich würde die heutige Kirche kein weiteres Mal reformieren. Sie sollte sich stattdessen kontinuierlich selbst reflektieren und sich fragen, ob sie die Menschen mit ihrer Ansprache noch erreicht. Dafür muss sie die Menschen beobachten, ihre Bedürfnisse herausfiltern und aufgreifen. Beispielsweise haben wir in Neuenbürg verschiedene Gottesdienste wie den biGmac-Gottesdienst für Jugendliche. Wir müssen die Leute abholen und nicht warten, bis jemand zu uns in die Kirche kommt. Ich kann die Menschen aber nur erreichen, wenn ich sie ernst nehme und genau beobachte. An die gewonnenen Erkenntnisse muss die Kirche sich anpassen und offen sein für das, was auf sie zukommt.

 

Christine Danigel ist Erzieherin im Kindergarten Ziegelrain in Neuenbürg. Ehrenamtlich ist sie als Vorsitzende der Mitarbeitervertretung des Kirchenbezirks Neuenbürg und seit 20 Jahren als Gemeinderätin in Neuenbürg aktiv. Zusätzlich ist Frau Danigel in der ersten Periode auch als Kreistagsabgeordnete für Bündnis 90/Die Grünen tätig.

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