Interview mit Bruno Knöller (pensionierter Zeitungsredakteur)

Das Verbindende betonen

 

Martin Luther war ein Mensch, der dem Volk aufs Maul geschaut hat. Er hat versucht, die Wirklichkeit der Bibel und das Wort Gottes den Menschen, in diesem Moment den Deutschen, nahezubringen. Er war durchaus rebellisch. Allerdings macht es mich etwas traurig, dass er nicht immer der auf Seite des Volkes stand, zum Beispiel bei den Bauernkriegen.

Wäre ich der heutige Martin Luther, würde ich genau das Gegenteil von dem machen, was damals passiert ist und was Luther auch nicht wollte. Ich würde versuchen, die christlichen Kirchen wieder zusammenzuführen. Ich denke, dass dies mit modernen Vorstellungen auch funktionieren würde. Es könnte auch ein allgemeines Oberhaupt geben, ob dieses dann Papst heißt oder nicht, wäre mir egal. Ich würde die katholische, evangelische und sonstige christliche Kirchen zusammenführen. Ich würde sogar noch einen Schritt weiter gehen und die abrahamitischen Religionen noch mehr zusammenbringen. Die Religionen können natürlich nicht komplett vereint werden. Dennoch könnten das Judentum und der Islam noch näher zum Christentum und das Christentum zu den anderen beiden Religionen finden, mit dem, was uns durch das Alte Testament verbindet.

 

 

Der pensionierte Zeitungsredakteur Bruno Knöller ist vielfältig aktiv. Neben seiner Tätigkeit als freiberuflicher Journalist arbeitet er ehrenamtlich zum Beispiel beim Freundeskreis Asyl und bei Menschen Miteinander mit. Des Weiteren hilft er einem Patenschüler aus Rumänien. Er ist Mitglied des evangelischen Kirchengemeinderats in Bad Wildbad-Calmbach und SPD- Vorsitzender der rot-grünen Fraktion in Bad Wildbad.

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