Interview mit Tobias Götz (Diakon und geschäftsführender Jugendreferent im evang. Jugendwerk Neuenbürg)

Im Zentrum: Die Bibel

 

 Martin Luther hatte mit einer für ihn existenziellen Frage zu kämpfen: Wie bekomme ich einen gnädigen Gott? Damit verbunden war seine ständige Angst zu versagen. Ich verbinde mit ihm die Entdeckung der Gnade Gottes, die man nicht durch einen Ablassbrief oder fromme Anstrengungen erlangt, sondern allein durch den Glauben an Jesus Christus.

Mit Luther fühle ich mich in der Frage „Wie werde ich mit meiner Schuld und den Dingen, die mir nicht gelingen, fertig?“ verbunden. Ich fühle mich ihm am nächsten in seiner Entdeckung der Gnade.

Als wesentliche Leistung von Martin Luther sehe ich seine Übersetzung der Bibel, die nun auch für das einfache Volk zugänglich war. Er hat die Bibel wieder in den Mittelpunkt gerückt. Bei einer erneuten Reformation der Kirche würde ich mir wünschen, dass die evangelische Kirche sich weniger nach dem Zeitgeist richtet, sondern sich wieder als eine Art Bibelbewegung versteht. Wie bei Martin Luther sollte die Bibel im Zentrum stehen, als das Wort Gottes, in dem er zu uns spricht und uns zeigt, wer er ist, was er möchte und was er mit uns vorhat. Mit diesem Schritt könnte die Kirche Mut schöpfen, um ein klares Profil herauszubilden, was der evangelischen Kirche an manchen Stellen fehlt.

 

Tobias Götz ist Diakon der württembergischen Landeskirche und seit 2013 geschäftsführender Jugendreferent im evangelischen Jugendwerk in Neuenbürg.

 

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