Interview mit Michael Ehrmann (Geschäftsführer zweier Unternehmen in Nagold und Burkhardtsdorf im Erzgebirge)

Dem Evangelium Raum geben

 

Luther ist für mich ein mutiger Mann, der damals ohne Rücksicht auf sich selbst auf Missstände hingewiesen und diese auch angeprangert hat, um die Menschen seiner Zeit von dem Ablasshandel der Kirche zu befreien. Die Choräle von Martin Luther bedeuten mir sehr viel. Mich beeindruckt besonders der Choral „Wir glauben alle an einen Gott“, da er zu jeder Zeit des Kirchenjahres zu einer anderen Melodie gesungen werden kann.

Ich träume von einer Vereinigung der Kirchen sowie einer Kirche, die Klartext redet und die über Nächstenliebe und Erlösung, aber auch von Sünde und Verlorensein spricht. Sie sollte andere Religionen und Weltanschauungen respektieren und gleichzeitig ihre Botschaft selbstbewusst in der Welt verkünden. Außerdem sollte sie auf die Menschen zugehen und nicht darauf warten, dass die Menschen zu ihr kommen. Ich sehne mich nach einer Kirche, deren Fokus auf Verkündigung und Seelsorge liegt.

Mich begleitet vor allem das Prinzip des sola gratia. Es beruhigt mich, dass ich die Gnade meines Gottes nicht durch Fehler oder Sünden verliere und dass diese ein Bestandteil des Lebens sind.

 

Michael Ehrmann ist Geschäftsführer von zwei Unternehmen in Nagold und Burkhardtsdorf im Erzgebirge. Er ist ehrenamtlich als erster Vorsitzender der evangelischen Kirchengemeinde in Nagold tätig.

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